Bili Unterricht

NEU: Bitte beachten Sie auch die Homepage des Fördervereins Bili and Friends.

Das Bildungsministerium in Schleswig-Hol­stein hat seit Beginn des Schuljahres 1996/97 dem Werner-Heisenberg-Gymna­sium in Heide das Recht zuerkannt, in dem jeweils neuen 5. Jahrgang so genannte zweisprachige Klassen einzurichten. 

Diese so genannten bilingualen Klassen sollen von Schülern besucht werden, die einen verstärkten Eng­lischunterricht erhalten und in Sachfächern, wie z. B. Erdkunde, dann später ab Klasse 7 ausschließlich auf Englisch unterrichtet werden. In dem bilingualen Unterricht erhalten alle Kinder am Werner-Heisenberg-Gymnasium in den Klassen 5 und 6 jeweils sieben statt der sonst üblichen fünf Wochenstunden Englisch. In den Klassen 7 bis 10 wird dann der gesamte Erdkundeunterricht für eine ausgewählte Zahl von Schülern auf Englisch erteilt. Die Teilnahme an diesem englischsprachigen Erdkundeunterricht ist jedoch dann freiwillig. Wer dieses Angebot nicht wahrnehmen möchte, erhält nur den normalen Erdkundeunterricht, natürlich auf Deutsch.

Wegen des langsa­meren Vorgehens bei der Vermittlung des Stoffes auf Englisch sind dann pro Woche anstelle von sonst 2 Stunden bei deutschsprachigem Unterricht 3 Stunden Erdkundeunterricht in der Fremdsprache vorgesehen. Dies bedeutet also, dass die Kinder im bilingualen Zug in den Klassen 5 und 6 insgesamt zwei Wochenstunden und in der folgenden achten Klasse je eine Wochenstunde mehr Unterricht haben, als diejenigen Schüler, die am üblichen muttersprachlichen Unterricht teilnehmen. Gleichzeitig werden dann natürlich auch mehr Stunden in der Fremdsprache erteilt.


Die Ziele des bilingualen Unterrichts

 Die Kenntnis von Fremdsprachen bedeutet angesichts der zunehmenden kulturel­len, politischen und wirtschaftlichen Verflechtung Europas eine erhebliche Ver­besserung beruflicher Chancen. Dementsprechend bieten bilinguale Züge an Gymnasien den Eltern die Möglichkeit, für ihre Kinder eine Ausbildung zu wäh­len, die auf eine Stärkung der fremdsprachlichen Kompetenz zielt.

Nach einer Einschätzung von Sprachwissenschaftlern wird dieses Ziel eher durch intensive Anwendung der englischen Sprache in einem anderen Sachzusammen­hang erreicht als durch einen nur im Umfang ausgeweiteten Englischunterricht.

Deshalb sind die Ziele des bilingualen Unterrichtes u.a.

die sichere Beherrschung der englischen Sprache in Alltagssituationen, wie auch in den Bereichen von Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Politik,

Erleichterung eines Studiums oder einer Berufsausbildung im Ausland,

größere berufliche Chancen in Berufszweigen mit internationalen Verbindungen.


Schulpraktische Fragen

Bei der Einrichtung eines bilingualen Zuges an einem Gymnasium sind natürlich zahlreiche Fragen zu beantworten.

 

1. Kann jedes Kind den bilingualen Zweig wählen?

Der bilinguale Unterricht in der Orientierungsstufe wird für alle Schüler verbindlich angeboten. Eine besondere sprachliche Begabung wird nicht vorausgesetzt. Jedoch wird die Bela­stung der Kinder durch die zusätzlichen Stunden zumindest bei der Stundenzahl erhöht. Positiv anzumerken ist, dass neu eingeführte grammatische Strukturen durch die erhöhte Anwendung in den Zusatzstunden gefestigt werden.

 

2. Gehe ich ein Risiko ein, wenn ich mein Kind ab der Quarta für den bilingualen Zug anmelde?

In der Orientierungsstufe hat man viel Zeit um festzustellen, ob ein Schüler mit Erfolg am bilingualen Unterricht teilnehmen kann.

Sollte sich herausstellen, dass die Belastung für ein Kind zu groß ist, so wird auf die Teilnahme an dem in der siebten Klasse folgenden Erdkundeunterricht auf Englisch verzichtet werden. Über die Weiterführung entscheidet dann am Ende der sechsten Klasse die Klassenkonferenz.

 

3. Wie unterscheidet sich der Englischunterricht im bilingualen Zug vom normalen Unterricht?

Alle Kinder eines Jahrgangs - unabhängig davon, ob sie einen bilingualen oder den normalen Unterricht im Lande besuchen - arbeiten mit denselben Lehrbüchern und verwenden auch dieselbe Zeit für die einzelnen Lektionen.

Die beiden zusätzlichen Eng­lischstunden im bilingualen Zug werden durch Lektüre, Rollenspiele und Projekt­arbeit gestaltet, um so mit spielerischen und kreativen Methoden die kommunikative Kompetenz zu erhöhen. So ergibt sich eine größere Selbstverständlichkeit im Umgang mit der englischen Sprache. Ferner werden in der 6. Klasse Wortfelder und Themen behandelt, die eine indirekte Vorbereitung auf den späteren Erdkundeunterricht darstellen, der in der 7. Klasse dann auf Englisch unterrichtet wird. Dies geht über die Vorgaben des Lehrplanes für den normalen Englischunterricht hinaus.

 

4. Werden die Kinder in dem auf Englisch erteilten Erdkundeunterricht erfolgreich lernen können?

Die Lerninhalte im bilingualen Zug und im normalen Zug sind identisch. Inzwischen sind auch englischsprachige Ausgaben der Erdkundebücher verfügbar.

Die Benotung der Kinder in dem fremdsprachlich unterrichteten Sachfach ab Klasse 7 wird so durchgeführt werden, dass die sprachlichen Leistungen nicht mit einfließen. Entscheidend für die Note ist das Sachfachwissen, so dass ggf. Beiträge auch in der Muttersprache erfolgen können.

 

5. Wie bereitet sich das Werner-Heisenberg-Gymnasium auf diesen neuen Unterricht vor?

Die Lehrer, die den bilingualen Unterricht erteilen, haben gemeinsam mit Kollegen anderer Schulen die methodischen Grundlagen für den verstärkten Eng­lischunterricht in den Klassen 5 und 6 erarbeitet und verfügen über die englischsprachigen Materialien für den ab Klasse 7 geplanten Erdkundeunterricht. Dabei steht die Schule in Kontakt mit denjenigen Schulen im Lande, an denen es schon längere Zeit bilinguale Züge gibt.

 

6. Anmerkung zur Anmeldung für den bilingualen Zug

Über eine endgültige Teilnahme Ihres Kindes am bilingualen Unterricht entschei­det normalerweise der Schulleiter nach dem Vorliegen aller Anmeldungen. Da im kommenden Schuljahr der bilinguale Unterricht aber für alle Sextaner angeboten wird, verpflichten sich die Eltern mit der Anmeldung ihres Kindes am Werner-Heisenberg-Gymnasium, ihr Kind mindestens zwei Jahre lang für die Zeit des Vorbereitungs- oder Vorkurses im bilingualen Zug zu las­sen.


7. Anmerkung zur Teilnahme am bilingualen Erdkunde- oder Sachfachunterricht

Die Englischlehrer der Quinten mit bilingualem Unterricht schlagen den jeweiligen Klassenkonferenzen geeignete Kandidaten für die zukünftige Quarta mit bilingualem Unterricht vor, denn das wichtigste Kriterium für die weitere Zulassung sind die Leistungen im Fach Englisch.

Die Klassenkonferenz entscheidet dann, nachdem die Erlaubnis der Eltern eingeholt wurde, bei den Gutachten- oder Zensurenbesprechungen, ob ein Schüler als geeignet für den weiteren Verbleib im Bili-Zug angesehen wird, oder ob ihm davon abgeraten werden sollte.

Allein entscheidend für den weiteren Verbleib ist das Votum der Klassenkonferenz. Nicht alle Schüler, die als geeignet angesehen werden, können im bilingualen Zug bleiben, da er ab Quarta ggf. nur einzügig weitergeführt werden kann. Daher gibt es eine Obergrenze. Bei Rücktritt eines Schülers können aber geeignete Kandidaten nachrücken.


 

Erfahrungen


Insgesamt bringt den Kindern der etwas aufgelockerte Unterricht Spaß, da die Lehrer ganz einfach Zeit für andere Themen haben. So wurden in der Sexta a Spielszenen eingeübt und aufgenommen. Und in der Sexta b konnten typische landeskundliche Aspekte ('Going to Britain') mit Hilfe von Spielszenen und Liedern eingeübt werden. Zusätzlich, und das ist natürlich von unschätzbarem Wert, können natürlich Lehrwerksthemen aus dem normalen Englischunterricht im 2-stündigen Zusatzunterricht vertieft und erweitert werden.

Von den im Vorlauf unterrichtenden Lehrkräften kann nach mehreren Jahren der Erfahrung festgestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zweiges gegenüber normalen Vergleichsgruppen deutlich sprechfreudiger sind. Laut Untersuchung sollen die Vorlaufgruppen den Vergleichsgruppen im Schriftlichen und in der grammatischen Korrektheit jedoch nicht überlegen sein. Die grammatische Richtigkeit ist aber auch nicht das oberste Ziel des bilingualen Unterrichts. Die Fremdsprache soll im Endeffekt als Kommunikationsmittel dienen für Inhalte, die den Rahmen des normalen Sprachunterrichtes sprengen. Diesem Ziel dient ab Quarta der Erdkundeunterricht auf Englisch, auf den sich viele der Vorlaufschüler jetzt schon freuen.