Latein

Allgemeines zum Fach Latein

 

Das Fach Latein leistet auf sprachlicher, methodischer und inhaltlicher Ebene Beiträge zur Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit wichtigen gesellschaftlichen und persönlichen Fragestellungen.

 

Der Lateinunterricht vermittelt Kenntnisse, Fähigkeiten und Einsichten im Bereich der lateinischen Sprache, der Muttersprache und der Sprachreflexion; die Übersetzung von der Fremdsprache in die Muttersprache steht im Mittelpunkt. Mit diesem Beitrag zur Ausbildung der Sprachkompetenz erweitert der Unterricht die Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler, über aktuelle Herausforderungen nachzudenken und darüber zu sprechen.

 

Die Auseinandersetzung mit antiken und modernen Themen erfordert die Fähigkeit, Informationen aufnehmen und in einen Zusammenhang einordnen zu können. Im Lateinunterricht lernen Schüler, Texte zu rezipieren und zu interpretieren. Diese hermeneutische Schulung ist ein spezifischer Beitrag des Faches zur methodisch kontrollierten Beschäftigung mit Themen und Problemen.

 

Auf inhaltlicher Ebene fügt der Lateinunterricht der Auseinandersetzung mit Fragen der Gegenwart die historische Dimension hinzu. Er führt zur Auseinandersetzung mit fremdem Denken und vermittelt dabei teils die Erfahrung von Distanz, teils Identifikationsmöglichkeiten. Der Vergleich zwischen historischen Modellen und der eigenen Lebenswirklichkeit erleichtert es den Schülerinnen und Schülern, einen eigenen Standpunkt zu finden.

 

 

 

Themen des Unterrichts

 

In den Texten des Lateinunterrichts kommt im ersten Themenbereich das „Private und gesellschaftliche Leben“ zur Sprache. Dabei lernen Schülerinnen und Schüler Werte menschlichen Zusammenlebens kennen, erfahren etwas über die Rolle und das Selbstverständnis von Männern und Frauen und lernen Denkweisen und Problemstellungen in einer ausgeprägten Ständegesellschaft kennen.

Ein zweiter Themenbereich befasst sich mit Fragen der „Geschichte und politischen Ordnung“. Die innenpolitische Geschichte Griechenlands und Roms ist auch eine Geschichte demokratischer Bestrebungen, ihrer erfolgreichen Entwicklung, ihrer Krisen und Niederlagen. Die Möglichkeiten des einzelnen, sich am Gemeinwesen und an den gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen zu beteiligen, sind ein durchgehendes Thema politischer lateinischer Texte.

 

Die Beschäftigung mit Texten aus dem Themenbereich „Mythos, Religion und Philosophie“ fördert die Fähigkeit, sich für Fragen des geistigen Lebens zu öffnen. Sie regt dazu an, über Grundwerte und Sinnfragen menschlichen Lebens nachzudenken.

 

Die Beschäftigung mit dem Themenbereich „Kultur und Zivilisation der Antike“ bildet einen vierten Schwerpunkt des Lateinunterrichts. Texte, Bilder und Anschauungsmaterialien sind die Grundlage, um über ästhetische Maßstäbe und das Verständnis von Kunst sowie über die lebenserhaltenden und lebenszerstörenden Möglichkeiten der Technik in der Antike und der Gegenwart nachzudenken.

 

Das Fach Latein am WHG

Latein wird am WHG nicht als erste Fremdsprache angeboten.

 

Latein in Unter- und Mittelstufe

 

a) Latein als 2. Fremdsprache (Latein II)

Latein II setzt als Wahlpflichtfach in Klassenstufe 6 ein. Das Mitwirken der Schülerinnen und Schüler an der Entscheidung für das Fach Latein und ihre Neugier auf das neue Fach sind positive Voraussetzungen für die Lernmotivation in der Anfangsphase des Sprachlehrgangs.

Der Lateinunterricht baut auf Vorkenntnissen auf, die die Schülerinnen und Schüler sowohl in der Grundschule als auch in der 5. Klasse in verschiedenen Fächern erworben haben.

− Die Schülerinnen und Schüler sind bereits im Geschichtsunterricht mit dem Altertum in Berührung gekommen.

− Ihnen sind aus dem Deutschunterricht Grundbegriffe der Grammatik bekannt, z.B. Wortarten, Satzglieder, einfachere Gliedsätze und die meisten Tempora.

− Sie haben gelernt, Texte zu lesen, sie zu untersuchen und sich mit Textaussagen auseinanderzusetzen.

− Sie haben in Englisch erste Erfahrungen im Lernen von Fremdsprachen gemacht: Sie sind das Lernen von Vokabeln gewohnt und haben grammatische Regeln gelernt.

 

Diese Voraussetzungen greift der Lateinunterricht auf und baut sie weiter aus. Trotz der Erfahrungen im Sprachenlernen muss bei manchen Schülerinnen und Schülern mit Umstellungsschwierigkeiten auf die weniger imitatorische und mehr vom Bewusstsein ausgehende Art des Lernens in der neuen Sprache gerechnet werden; für andere stellt gerade dies eine neue Lernchance dar.

 

In Latein II wird mit dem zweibändigen Lehrwerk „Felix“ gearbeitet, das die gesamte Spracherwerbsphase abdeckt; der eine Band bietet Texte und Übungsmaterialien, der andere Grammatik und Vokabular.

 

 

b) Latein als dritte Fremdsprache (Latein III)

Latein III setzt als Wahlpflichtfach in Klassenstufe 8 ein. Der Lehrgang Latein III baut auf folgenden Voraussetzungen auf:

− Die Auffassungsgabe, das Abstraktionsvermögen und die lerntechnischen Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse ermöglichen das notwendigerweise schnellere Lerntempo und ein höheres Maß an Selbständigkeit beim Lernen.

− Die Schülerinnen und Schüler haben Kenntnisse in zwei modernen Fremdsprachen, die vom Lateinischen beeinflusst bzw. abgeleitet sind. Diese Kenntnisse sollen für die Erarbeitung der für das Lateinische typischen Systematik und Regelhaftigkeit genutzt werden.

− Sie sind im Allgemeinen bereits mit der Antike in Berührung gekommen und verfügen über vielfältige Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Textsorten. Das erfordert ein altersgemäß anspruchsvolles Arbeiten mit lateinischen Texten, die zunächst notwendigerweise sprachlich einfach gestaltet sind.

 

Es wird mit dem Lehrwerk „Cursus brevis“ gearbeitet.

 

Klassenarbeiten:

In Unter- und Mittelstufe: In L II und L III werden pro Schuljahr 5 Klassenarbeiten geschrieben.

 

 

 

 

c) Latein in der Oberstufe

 

Der Unterricht basiert auf schülergerecht aufbereiteten Originaltexten verschiedener Autoren (z.B. Cicero, Seneca, Ovid), die passend zu den o.a. Themen in Auswahl gelesen werden.

In der 10. Klasse wird Latein dreistündig erteilt. Wenn man Latein als Kernfach wählt, dann kann es auch als (schriftliches) Abiturprüfungsfach gewählt werden. Dabei werden die Aufgaben landesweit zentral gestellt und richten sich nach dem jeweiligen Themenkorridor. Im Kernfach Latein schreibt man in der 10. Klasse drei statt zwei Klausuren und in den Folgehalbjahren zwei Klausuren statt je einer im Basiskurs.

 

 

Abschluss:

Der dreistündige Kurs schließt im Falle mindestens ausreichender Leistungen (5 Punkte) mit dem mittleren Latinum ab; der vierstündige Kurs schließt im Falle mindestens ausreichender Leistungen (5 Punkte) mit dem großen Latinum ab.

 

 

Bewertung: Bewertet werden können neben Klassenarbeiten / Klausuren:

 

- Tests (Grammatik / Vokabular)

 

− Beiträge in Gruppen- und Unterrichtsgesprächen

 

− Vortragen und Gestalten

 

− Erledigen von Einzel- und Gruppenaufgaben, Beiträge zu Gemeinschaftsarbeiten

 

− Projektaufträge und Präsentationen

 

− Hausaufgaben, Haushefte, Arbeitsmappen

 

− Protokolle, Referate

 

 

Sonstiges:

Es gibt die Möglichkeit der Teilnahme an Sprachwettbewerben, z.B. am jährlichen landesweit stattfindenden „Certamen Cimbricum“ und am „Bundeswettbewerb Fremdsprachen“.