WiPo

 

Das Fach Wirtschaft/Politik
Jugendliche und junge Erwachsene sollen sich in einer komplexen Welt orientieren und zurechtfinden, sich Informationen beschaffen und sich zu vielen politischen Themen ein begründetes Urteil bilden. Hier leistet das Fach Wirtschaft/Politik einen großen Beitrag, da  aktuelle Probleme stets im Mittelpunkt des Unterrichts stehen.
Wirtschaft/Politik  (WiPo) ist ein „junges“ Fach, das erst 1995 in Schleswig-Holstein verbindlich in der gymnasialen Oberstufe eingeführt wurde.
In der Profil-Oberstufe des Werner-Heisenberg-Gymnasiums bildet WiPo zusammen mit dem Profil-Fach Geschichte das gesellschaftswissenschaftliche Profil.
Die Wichtigkeit des Faches wird in der G8-Stundentafel unterstrichen, indem WiPo für die Sekundarstufe I eingeführt wurde und zwar ab der 8. Klasse.

Wirtschaft/Politik in der Sekundarstufe I

Ab dem Schuljahr 2011/12 wird WiPo in der 8. Klasse unterrichtet. Der Einstieg in dieses neue Fach erfolgt am WHG im 2. Halbjahr, wobei zusätzliche Projekttag in der Aktivwoche am Ende des Schuljahres der Berufsorientierung dienen.

Vorrangiges Ziel des WiPo-Unterrichts ist die Fähigkeit zum eigenen, begründeten Urteil in wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Problemfragen sowie die Reflexion eigener Urteilsmaßstäbe. Der Unterricht in der Sekundarstufe I strebt an, diese Fähigkeiten auf einer altersgemäßen Stufe zu erreichen.

Inhalte des Unterrichts (Sachkompetenz)
- Jugendliche als (selbst)bewusste Konsumenten
- Ökonomie und Arbeitswelt im Wandel
- Politik betrifft alle
- Jugend in modernen Gesellschaften
- Veränderungen und Herausforderungen in modernen Gesellschaften

Der Unterricht orientiert sich stets an den zu vermittelnden Kompetenzen des Schulinternen Fachcurriculums.

Vermittlung von Methoden
Arbeit mit einfachem statistischem Material bzw. abstrahierenden Materialien (Diagramme,
Piktogramme, Modelle) sowie verschiedenen Arten von Texten (z. B. journalistische oder juristische Texte).

Lernen in einer sich öffnenden Schule
Aufgrund seiner Aktualität bietet der WiPo-Unterricht viele Möglichkeiten, kleinere Projekte durchzuführen. Denkbar sind z.B.
- Umfragen innerhalb und außerhalb der Schule
- Recherchen und Erkundungen an außerschulischen Lernorten
- kleine Planspiele.

Berufsorientierung und Praktikum
Ein wesentlicher Baustein des Unterrichts besteht in der Berufsorientierung im weitesten Sinne.
Die Fachschaft hat sich zur Einführung des Berufswahlpasses entschlossen, der die Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse bis in die Zeit nach ihrem Schulabschluss begleiten wird.
Das Berufspraktikum, das in der 9. Klasse stattfindet, wird im Unterricht auf vielfältige Weise vorbereitet. Die Bewerbungsmappen werden im Deutschunterricht erstellt. Die Raiffeisenbank in Heide als Kooperationspartner bringt ihre professionelle Kompetenz ein, indem ihre Mitarbeiter die Bewerbungsmappen  korrigieren (Voraussetzung ist die Freiwilligkeit der Schülerinnen und Schüler). Außerdem organisiert die Raiffeisenbank ein altersgemäßes Bewerbertraining und weist die Schülerinnen und Schüler in das Online-Bewerbungsverfahren ein. Ein Besuch des BIZ und das Kennenlernen von Medien zur Berufswahl werden einbezogen.
Während ihres einwöchigen Praktikums werden die Schülerinnen und Schüler durch ihre WiPo-Lehrkraft betreut. Eine Nachbereitung findet im Unterricht statt.

Wirtschaft/Politik in der Profil-Oberstufe

Das Fach wird in der Profil-Oberstufe durchgängig bis zum Abitur unterrichtet. Im gesellschaftswissenschaftlichen Profil ist WiPo  das profilergänzende Fach zum Profil-Fach Geschichte.

Grundsätze der Unterrichtsgestaltung
Im Mittelpunkt stehen die Inhalte des Lehrplans. Darüber hinaus ist es das Anliegen des Unterrichts, aktuelle gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Themen zu bearbeiten sowie durch außerschulische Lernorte, Realbegegnungen sowie Referenten (z.B. Politiker, Experten, Vertreter von NGO´s) zu konkretisieren und zu vertiefen.

Das Themenspektrum umfasst

- aktuelle Bereiche/Herausforderungen unserer Gesellschaft (z.B. sozialer Wandel, Sozialstruktur, demografischer Wandel, Berufsstruktur, soziale Differenzierung, Mobilität…)

- wirtschaftliche Themen (z.B. Grundlagen des marktwirtschaftlichen Systems, die soziale Marktwirtschaft und die politischen Rahmenbedingungen, die Finanz- und Eurokrise, die Unternehmung im Spannungsfeld ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Interessen, Arbeitnehmermitbestimmung…)

- Problemfelder der Politik (z.B. Entwicklung, Organe, Entscheidungsprozesse in der EU, Europa im internationalen System sowie EU-Erweiterung, politische Partizipation, Herausforderungen des Sozialstaates, Konflikte und Kooperation in den internationalen Beziehungen …).

Begegnung mit der Wirtschafts- und Arbeitswelt – das Wirtschaftspraktikum
Das einwöchige Wirtschaftspraktikum, das im 11. Jahrgang stattfindet, ist in den Unterricht eingebunden, wo es vor- und nachbereitet wird. Hierbei steht neben dem  Einblick in die Arbeitswelt das Wiedererkennen der im Unterricht vermittelten betriebswirtschaftlichen Elemente im Zentrum.
Ein sachlich vertiefter und aspektorientierter Praktikumsbericht dient als alternative Lernleistung.
Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler während des Praktikums erfolgt durch die jeweilige WiPo-Lehrkraft.

Hier ein Beispiel:

In dem Wirtschaftspraktikum der Oberstufe arbeitete Leonie Denker bei Boyens Medien GmbH & Co.KG und veröffentlichte am 16. Oktober den folgenden, erarbeiteten Artikel über die Literaturszene in Dithmarschen.

Literarische Einzelkämpfer
Die beiden regionalen Autoren Heiner Egge und Thomas Beller erzählen von ihrem Leben als Schriftsteller
Heute beginnen die 3. Heider Literaturtage. Die kleine regionale Literaturszene ist aber auch sonst sehr lebendig. Der Autor Heiner Egge, Redakteur bei der Kulturzeitschrift „Lüüd“, und der Lyriker Thomas Beller erläutern in einem Gespräch mit unserer Zeitung, was die Arbeit für Schriftsteller in Dithmarschen zu einer besonderen Herausforderung macht.

Wie war ihr Weg zum Schreiben?
Egge: Bevor 1967 in Heide mein Abitur machte, habe ich mich kaum schriftstellerisch betätigt.
Dann bin zur Bundeswehr gegangen und habe erst dort ernsthaft mit dem Schreiben angefangen: Mein erster Roman entstand. So ist mir klargeworden, was in Dithmarschen und für meine Familie undenkbar war: Ich wollte Schriftsteller werden. Deshalb habe ich ab 1969 Germanistik erst in Kiel, dann in Marburg und schließlich in Freiburg studiert.
1974 gründete ich in Freiburg die Literaturzeitschrift „Das Nachtcafé“ als Herausgeber und Autor.
Durch diese Zeitschrift habe ich andere Autoren um mich versammelt und es ist eine Literaturszene entstanden. Man fand sich regelmäßig zu Stammtischen ein  und hat sich in Gesprächen ausgetauscht und Kritik geübt. Außerdem spürte ich Süden Deutschlands meine Verbundenheit zu Dithmarschen. Ich denke, dass man erst, wenn man weit weg von der Heimat lebt, eine starke Beziehung zum Ort seiner Kindheit aufbaut.  Mein Roman „Café Treibsand“, das ich im Schwarzwald geschrieben habe, legt Zeugnis davon ab.
Mein Studium beendete ich letzten Endes jedoch nicht, da ich weder Deutschlehrer, noch Literaturwissenschaftler werden wollte. Heute denke ich, es ist besser, alles, was anfängt, auch beenden zu beenden. Für mich war das Germanistikstudium nur Tarnung für meinen sehnlichen Wunsch, Schriftsteller zu werden. Denn meiner Meinung nach ist unsere Sprache ein weites Feld und mit meinen Büchern  erschaffe ich eine Welt, die für mich lebendiger ist als das wahre Leben. Und jedes meiner Werke lädt den Leser ein, sich auf eine Reise in diese Welt zu begeben.
Beller:
Ich habe zwar als Kind viel gelesen, jedoch nie daran gedacht, Schriftsteller zu werden. Aber als 1996 meine Angstzustände begonnen haben, habe ich mich ernsthaft gefragt, wie ich eigentlich leben will.
Ich habe mit der Zeit meinen Beruf als Bankkaufmann moralisch immer schlechter mit mir vereinbaren können und das Schreiben hat mir eine Zuflucht geboten. 2007 habe ich bei der Bank gekündigt und mich ganz auf meine Lyrik konzentriert.
Wie und unter welchen Umständen hat sich ihr Schreibstil verändert?
Egge: Ich bin kein sehr experimenteller Autor; ich schreibe seit 40 Jahren Prosa. Aber natürlich entwickelt man sich automatisch weiter, zum Beispiel im Schreibstil oder im Inhalt. In den letzten Jahren haben sich dennoch nur die Themen geändert.Wenn ich jetzt alte Texte von mir lese, kommen mir mein Stil und meine Ansichten sehr unschuldig und naiv vor, während ich jetzt  viel ironischer schreibe.
Beller: Ich habe sehr unbedarft angefangen und über Sachen geschrieben, die mich beschäftigt haben. Ich habe meine Werke dann irgendwann Günther Kunert geschickt, der jedoch geantwortet hat, er könne keinen Zugang finden. Das hat mir einen Denkanstoß gegeben! Ich wollte Respekt, aber mir auch selbst treu bleiben und habe einen Weg gesucht um beides zu erreichen. Ich beschäftigte mich mehr mit moderner Lyrik, wie Peter Handtke und mein Stil wurde davon beeinflusst.
Was macht Dithmarschen interessant für Sie als Autoren?
Egge: Dithmarschen zeichnet sich für mich besonders durch seine Ruhe und die schöne Landschaft aus.
Beller: Auch ich genieße hier die Ruhe, doch manchmal fehlt es mir an Ideen. Dann fahre ich in Städte wie Kiel und Hamburg und schaue mich da um. Meine Gedichte handeln manchmal von der Natur oder Dithmarschen, aber meine Inspiration kommt oft auch durch andere Arten von Beschäftigung.
Egge: Ja, hier finde ich für mich einige inspirative Orte mit Geschichte, doch bei mir und Herrn Beller ist das auch sehr verschieden. Während Herr Beller Lyriker ist, behandeln meine Bücher landesgeschichtliche und Dithmarscher Themen. Da hat man verschiedene Möglichkeiten der Inspiration.
Existiert hier eine Autorenszene?
Egge: Eine Szene existiert hier eigentlich nicht, denn im Norden ist viel weniger los, als im Süden Deutschlands.
In Dithmarschen ist die Literatur nicht zu Hause. Das merken wir jetzt auch gerade wieder in der Arno-Schmidt-Woche in Tellingstedt. In der ZEIT wird darüber berichtet, regional aber weniger.
Außerdem sind Schriftsteller hier Einzelkämpfer. Man sitzt alleine bei sich zu Hause und schreibt.
Beller: Das mit dem Einzelkämpfer trifft es gut, denn man weiß schon voneinander, doch es gibt nicht wirklich eine Literaturszene. Aber selbst in Hamburg existiert solch eine nicht wirklich und der Begriff einer Szene ist schwierig, denn eine Szene bildet sich aus kleinen Verlagen und Literaturzeitschriften wie „ Das Nachtcafé“, die es immer weniger gibt. 
Wie wird die Zukunft aus ihrer Sicht für Autoren in Dithmarschen aussehen?
Egge: Hier leben nicht viele Autoren, diese sind eher aus meiner Generation und nicht hier geboren. Überdies ist der Beruf „Schriftsteller“ nicht wie jeder andere. Geld damit zu verdienen ist schwierig, deshalb ist es ein hohes Risiko, vor allem für junge Leute, sich vollkommen auf das Schreiben einzulassen.
Beller: Es fehlt dann die Bedingungslosigkeit, die der Schreibende braucht. Und hier kommt man für sich oft nicht weiter, denn man muss sich als Autor auch selbst vermarkten können. Wenn dies zu schwierig erscheint, schaut man sich woanders um oder zieht weg.
Egge: „Poetry Slam“ zum Beispiel spricht die jungen Leute eher an. Dieser öffentliche Vortrag von eigenen Werken ist eine Art Selbstdarstellung. Sie trifft den Zeitgeschmack ganz anders.
Beller: Eine solche Veranstaltung unterscheidet sich fast gänzlich von einer normalen Lesung und ist vollkommen anders auf die Öffentlichkeit ausgelegt.
Zusammenfassend bin ich aber der Meinung, dass sich für Dithmarscher Autoren nicht viel ändern wird. Man liest mal hier und mal da, wird sich aber immer auch überregional orientieren.
„Poetry Slam“: Auf Deutsch: „Dichterwettstreit“ oder „Dichterschlacht“, entstand 1986 in Chicago, in den USA.
Es ist ein literarischer Vortragswettbewerb von eigenen Texten in einer bestimmten Zeit. Der Vortrag wird ergänzt durch performative Elemente und Selbstinszenierung.
Der Gewinner wird am Ende durch das Publikum gekürt.
 

Im Rahmen des WiPo-Unterrichts wird zudem eine Vielzahl an Projekten durchgeführt. Hier sind einige Beispiele:

  1. Projekttag zum Thema "Internationale Konflikte und Konfliktmanagement"

  2. Projekttag zu den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein

  3. Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten am WHG

  4. Juniorwahl 2013

  5. Podiumsdiskussion Europawahl 2014

  6. Vortrag zum Thema: Ein neuer kalter Krieg 2015

  7. Fachtag Sicherheitspolitik 2016